2 Frauen, 2 Brüste

2 Frauen, 2 Brüste

60 - Sozialrecht

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Kommentare

by petra H. on
Hallo Alex und Paula, euer Podcast hat mich inspiriert diesen Kommentar zu schreiben, ich finde ihn toll und profitiere sehr davon. Kurz zu meiner Person. Ich bin 54 Jahre alt verheiratet, 2 Töchter und von Beruf Kran-kenschwester. Seit meiner frühsten Kindheit bin ich krank. Zunächst bekam ich mit 3 Jahren schwe-res Asthma mit 13 Jahren dann Diabetes mellitus Typ 1 und mit 24 Jahren rheumatische Beschwer-den. In den folgenden Jahren wurde ich mehrmals an den Händen, den Schultern und am Knie operiert. 2016 diagnostizierte man ein chronisches Schmerzsyndrom und ein Lipödem im Stadium II. Trotzdem habe ich während der ganzen Zeit halbtags gearbeitet, natürlich mit Krankheitsunterbre-chungen. 2018 wurde dann die Diagnose Brustkrebs gestellt. Nach der üblichen Prozedur mit OP, Chemo und Bestrahlung fing ich nach der 1. Reha wieder an zu arbeiten. Dies war nur eingeschränkt möglich, denn zusätzliche Erkrankungen meldeten sich. Zunächst machte mein Knie schlapp, ich bekam eine Knie-TEP. Danach gingen meine Blutwerte in den Keller. Verdacht auf Blutkrebs, der sich glücklicherweise nur als eine Vorstufe entpuppte. Was folgte, war eine Coronainfektion. Da-nach begann ich wieder zu arbeiten, obwohl meine Leistungsfähigkeit eingeschränkt war, sich Müdigkeit breit machte und die Gelenk- und Muskelschmerzen mich belasteten. Gleichzeitig be-antragte ich meine zweite onkologische Reha, 9 Monate nach der ersten. Die Rentenversicherung sah jedoch keinen Grund diese zu bewilligen. Ich ging in den Widerspruch die Reha erfolgte nun Anfang dieses Jahres. Dort wollte ich auch abklären lassen, ob eine Erwerbsminderungsrente ange-sagt wäre, da die Fülle der Erkrankungen ständig zunahm. Zunächst war ich sehr erstaunt, denn sowohl der Sozialmediziner als auch die Sozialarbeiterin informierten mich, dass eine Beurteilung nur der onkologischen Seite möglich sei. Dies sei so vorgeschrieben, komisch nicht wahr. sie schrie-ben mich für meine Tätigkeit als Krankenschwester arbeitsunfähig. Für den normalen Arbeitsmarkt aber noch für leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen unter 5 Kilo arbeitsfähig. Eine Erwerbsmin-derungsrente habe ich dann selbständig nach der Reha beantragt und zahlreiche Befunde sowohl sowie den Selbstbeurteilungsbogen beigefügt. das war sehr nervig, heute würde ich mir dazu auf jeden Fall Hilfe holen. Die Rentenversicherung lehnte die Rente ab. Auf merkwürdige Details möch-te ich hier nicht eingehen. Begründet wurde sie mit der Aussage der Rehaeinrichtung, nach der ich ja noch leichte Tätigkeiten ausüben könne?! Schon merkwürdig unsere Bürokratie! Nach einem Widerspruch wurde ich von einem Arzt begutachtet. Jetzt warte ich auf einen hoffentlich positiven Bescheid. Mittlerweile bin ich ausgesteuert, das heißt ich erhalte nun Arbeitslosengeld 1. Glückli-cherweise sichert mein Mann den Lebensunterhalt. Auf was ich auf jeden Fall hinweisen möchte, sind die Krankmeldungen. Bitte überprüft ob mehrere Krankheitsschlüssel aufgeführt sind – sog. ICD. Es macht Sinn, wenn dort nur einer steht. Die Krebserkrankung sollte nur aufgeführt sein, wenn sie auch der tatsächliche Grund ist. Nach meiner Reha hatte ich bewusst frühzeitig mit der stufenweisen Wiedereingliederung begonnen, denn meine Kniebeschwerden verschlimmerten sich bereits während der Chemo und die Knie TEP war eine Frage der Zeit. Aufgrund dieser Situati-on konnte ich die erneute Erkrankung extra deklarieren. Ich hatte mit meinem Arbeitgeber abge-sprochen nur immer nur einige Tage zu arbeiten und dann wieder Urlaub zu nehmen. So konnte ich etwa 2 Monate wieder bezahlt arbeiten und konnte somit erneut Lohnfortzahlung und Kranken-geld für eine neue Erkrankung erhalten. Es reicht ein einziger bezahlter Arbeitstag aus, um diese Leistung zu erhalten. Ist halt blöd für den Arbeitgeber. Meinen habe ich im Vorfeld informiert und er hat mitgemacht. Dafür und für euren Beitrag herzlichen Dank!

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